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Lesecouch: EGOamp

today10. August 2026 12

Hintergrund
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Die Liebe zu cineastischen Werken im Allgemeinen, zu Stummfilmen im Speziellen und zu den Soundwelten der 80er führten zur Gründung des Projektes EGOAMP.
Sänger FRANK STIENEN und Keyborder MARIO M. wollten auf dieser Basis ihre Leidenschaft musikalisch verarbeiten, nachdem die Future Pop/ Dark Electro/ Industrial Pop- Band ANALOGUE BRAIN nach nur kurzer Lebenszeit ihr Ende fand. Trotz zwischenzeitlicher personeller Veränderungen sprüht dieses Projekt vor Leben.

EGOamp präsentieren sich hier in Anzug und Zylinder auf einem Foto, das wie ein gemaltes Werk auf Filmplakaten im frühen 20sten Jahrhundert aussieht
(c) EGOamp

 

Die Ursprünge

Der Frank war ca. 2003 Gründungsmitglied der Formation ANALOGUE BRAIN, die 2005 das Album ‚Electroshock‚ über OUT OF LINE an den Start brachte und mit „Heart Of Stone„, „There Must Be More“ und „Dead Keen On (Cut One) V2“ ein paar Dauerbrenner auf den subkulturellen Dancefloors hinterlassen hat. Allerdings war nach diesem Werk und einigen Remixen für unter anderem SOLITARY EXPERIMENTS und einige andere Labelkollegen schon wieder Schluss. Weder ASMODI CALIGARI noch Schwarze Welles PICO konnten sagen, ob und wo dieses Werk noch zu erwerben ist. Kleiner Service der Redaktion an dieser Stelle: Leider ist dieses Werk nur analog zu erhältlich, also auf CD im OUT OF LINE Shop und den diversen Portalen für gebrauchte Tonträger, eine digitale Verbreitung findet momentan nur via Stream statt.

Das kann es nun noch nicht gewesen sein, die Kreativität suchte sich ein Ventil, womit die oben benannte Bekanntschaft und die Liebe zu den selben Themen zu einem Konzept und damit 2007 zur Gründung von EGOAMP führten.
Schon die ersten produzierten Tracks wie „The Cabinet„, welches eine Coverversion des Szene- Klassikers der Formation DAS KABINETTE ist und von dessen verbliebenen Mitglied DAVID BRACHER begeistert freigegeben wurde, sowie „We Are Freaks“ weckten das Interesse der Community und ließen sogar Produzent CHRIS LIETZ (u.a. DIE KRUPPS, DORO PESCH, MEGAHERZ, MALE, POUPPÉE FABRIKK) die Ohren spitzen. Zudem kribbelten dem auch gleich die Fingerspitzen, so dass er dann auch das Debütalbum von EGOAMP produzierte.
Die Aufnahmen fanden in einem Bochumer Studio statt, in das dann auch mal DORO PESCH zu Besuch kam und dem verblüfften Duo anbot, Pommes zur Nahrungsaufnahme mitzubringen.
Das Werk wurde dann als EP mit dem Titel ‚Welcome To The Cabinet‚ digital auf dem kolumbianischen Label BLACK LEATHER RECORDS veröffentlicht.
Der Impact dieses Werkes war so groß, dass die Band noch vor dem Release auf CD (2011 über IONIUM Records) bereits 2009 als Headliner auf dem WAVE GOTIK TREFFEN in Leipzig auftrat.

 

Von 2 auf 1

An der Stelle traten allerdings bereits künstlerische Differenzen zwischen ASMODI und MARIO auf, welche unüberwindbar schienen und EGOAMP zu einem Soloprojekt werden ließen, bei dem ASMODI live von CHRIS CASTLE unterstützt wurde. Begleitet wurde diese Phase mit der 2012er Veröffentlichung der ‚Replika EP – The Cabinet Revisited‚, auf der befreundete Bands einige Songs des Albums coverten.

2016 ging dann das Album ‚1/0‚ an den Start, welches mitnichten „Eins- Null“, sondern „Ei- Oh“ ausgesprochen wird, dem „On-Off“ der Computertechnik. Natürlich ist die Begründung naheliegend: Das Konzept dieses Werkes befasst sich mit technischer Entwicklung, Robotern und Maschinen – alles im Stile von Science Fiction- Filmen, was unter anderem in Titeln wie „Ich geh‘ nach vorn (Like A Robot)„, „Tin Toy Robot“ und „Iron And Steel“ schon namentlich seinen Ausdruck findet. Als Produzent kam hier PER-ANDERS KURENBACH (u.a. PSYCHE, SHARON NEXT, THE ETERNAL AFFLICT, LIFE ON MARS, DISTRICT 13, THE CALM GREY) zum Einsatz. Wie bereits sein Vorgänger ‚Welcome To The Cabinet‚ (2026) soll auch ‚1/0‚ neu gemischt und gemastert hoffentlich in 2027 erscheinen.

Im Umfeld des Albums erschienen die ‚Neonshein EP‚, sowie die Remix-EP ‚Mesmerized‚, deren Titeltrack von DIRK RIEGNER (u.a. PETER HEPPNER) produziert wurde. Sie enthielt dann auch Remixe von DIRK RIEGNER, PER-ANDERS KURENBACH, LEICHTMATROSE und anderen. Dem folgte dann noch die Single ‚Puppet Of Joy‚, bevor ein Virus eine neue Zeitrechnung einleitete.

 

The Time after…

Während die Seuche wütete und sowohl Live Events, als auch sonst alles mögliche behinderte, nahmen EGOAMP am von HAGI GRIMM aka HzweiG initiierten Streaming Event „Stay at Home 2020 Festival“ teil. Dort präsentierten sie zusammen mit den Acts LOGIC+OLIVIA, JAN REVOLUTION, RROYCE, NOYCE TM und VERSUS teils extra produzierte Shows, Aufnahmen von vergangenen Konzerten und sogar verbotene Live Auftritte (vor leerer Location).

2022 dann erschien mit ‚The Shining‚ der Wegweiser zum 2023er Album ‚Cinéaste‚, welches das Kino als Ganzes in unterschiedlichsten musikalischen Umsetzungen hochleben lässt. Thematisch finden hier „The Shining„, „Metropolis„, „Christine“ oder auch „Lola rennt“ ihre Huldigung. Der Titel „Nadja„, der sich mit dem 1994 erschienen Film beschäftigt, bei dem DAVID LYNCH in Doppelfunktion als Darsteller und Produzent aktiv war, erschien zuerst als Beitrag auf einem Sampler zum Schutze von Fledermäusen des NABU. Für die Albumversion spielte eine befreundete Violinistin ein paar Elemente ein, welche eigentlich nur im Intro zum Einsatz kommen sollten. Allerdings war man so begeistert von den Aufnahmen, das man weitere Elemente im Outro, sowie im instrumentalen Mittelteil des Tracks einsetzte.

Im Song „The Crucible“ verarbeitet ASMODI selbst erlebtes, teilweise Kreise ziehendes und extremes Cybermobbing, gewandet in Versen über Hexenjagden und -verbrennungen. Flankiert wird das Album durch die 2025er Remix- EP ‚Petit Cinéaste‚, auf der als Bonus der Song „2001“ erschien, der sich mit der wohl berühmtesten und namensgebenden Odyssee im Weltraum befasst.

 

 

Now and then..

Aktuell verkünden Titel wie „Insanity“ im ROB DUST Rework, produziert von EGOAMP und DIRK SCHEUBER und das ebenfalls in Zusammenarbeit mit ROB DUST entstandene „Devolution“ vom Aufbruch in neue Dimensionen. 

Für dieses Jahr kündigte ASMODI noch eine weitere Single an, die instrumental bereits soweit gediehen ist und nur noch auf die Hochzeit mit den Vocals wartet. Letztere lassen gerade noch auf sich warten, da den Sänger und vor allem seine Stimme eine Sommergrippe und deren Folgen belastet. Damit wird dann ein weiterer Produzentenwechsel vollzogen. ROB DUST war zwar enorm produktiv und auch kreativ ein Gewinn, ging zudem sehr auf Wünsche der Band ein, allerdings ist die einzige Beständigkeit im Kreise der Band der Wechsel.

Auch sprach Herr CALIGARI davon, dass …

… der Trend geht weg vom Album. Da wird nur noch ein Song gehört und der Rest geskippt. Wir sind ja Kids der Achtziger und finden das sehr schade.
Allerdings dauert ja auch die Produktion eines Albums seine Zeit und wenn dann mal so ne Pandemie kommt, kannst du auch nichts machen…

Somit werden zukünftig wohl nur noch Singles, EPs und gegebenenfalls Sammlungen (Compilations) der Singles und/ oder der Remixes erscheinen.

 

Auch dieses Foto erweckt den Eindruck, ein Filmplakat aus den 1930ern zu sein. EGOamp sind hier etwas voller im Fokus
(c) EGOamp

 

Wichtig!

Live kann man EGOAMP dieses Jahr noch hier erleben:

22.10.2026 WP8 KreativQuartier – Kölner Str. 73, Düsseldorf

05.12.2026 KERNKRACHs Kultur Keller im KERNKRACH Recordstore, Matzenbergstr. 153, Oberhausen (Hutkonzert > Pay what you want)

Geschrieben von: Dany Wedel

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