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KONZERT REVIEWS

Von Melancholie und Eskalation- MEGAHERZ x COMBICHRIST + JANOSCH MOLDAU

today4. Oktober 2023 171

Hintergrund
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Von Melancholie und Eskalation- MEGAHERZ x COMBICHRIST + JANOSCH MOLDAU

Ein aufregender Sonntag sollte uns am 01. Oktober 2023 erwarten, der zunächst an Gemütlichkeit nichts missen ließ. Zumindest bis zu einem Post über das soziale Medium Facebook. Denn hier “verkündete” MEGAHERZ die Anfangszeit zu vorgerückter Stunde. War es wirklich möglich, dass sich nicht nur die Location im Vorfeld geändert hatte, sondern auch die Startzeit? Maximal verwirrt und mit erhöhtem Adrenalinspiegel half nur noch ein beherzter Sprung in Schuhe und Auto, denn zur weiteren Recherche blieb jetzt einfach keine Zeit mehr.  

LOCATION

Ein Parkplatz war flott gefunden und das skeptische Bauchgefühl, das sich während der Fahrt Richtung Kulttempel immer breiter machte, sollte sich bestätigen. Da waren wir nun, eine Stunde früher als geplant, allerdings in wundervoller Gesellschaft. Auch schön.  

Es dauerte einige Zeit, bis sich die schwarzbunte Schlange gänzlich in den Tempel geschoben hatte und damit blieb uns noch genügend Zeit, kostbare, frische Luft in unsere Lungen zu pumpen… 

JANOSCH MOLDAU 

Der Adrenalinspiegel hatte sich längst schon wieder normalisiert, als JANOSCH MOLDAU auf die Bühne trat. Zumindest gibt es Zeugen, die ihn dort gesehen haben wollen.  Die Location war prall gefüllt und die Lichtshow bot dem Act ein durchaus angemessenes Ambiente. Sprich, dunkle Melancholie, von blauen Spotlights in Szene gesetzt, ließ die Gäste im hinteren Bereich mehr erahnen, dass sie einem Live- Auftritt beiwohnten. Doch ihr wisst es, wo man nichts sieht, ist Fühlen keine Schande.

 

 

Und das macht man in unserem Job ja bekanntlich mit den Ohren, die für ca. 30 Minuten mit wohlig warmen SynthPop,- und Dark Wave Melodien des Singer- Songwriters aus Neu-Ulm verwöhnt wurden. Klar, dass hier die aktuelle Single We Behaved Wrong keinesfalls fehlen durfte. Als klassischen “Anheizer” für die nachfolgenden Bands würde man den sympathischen Solo-Künstler zunächst wohl eher weniger bezeichnen, doch zauberte Janosch eine wundervolle Atmosphäre und Energie herbei, die uns perfekt auf den weiteren Abend einstimmte. 

 

 

COMBICHRIST 

Nach kurzem Luftschnappen in der Umbaupause wurde sich nun der Weg zur Bühne freigebahnt, denn spätestens seit ihrem Auftritt auf dem M’era Luna 2022 ist COMBICHRIST zu einem “Must-have” der Autorin geworden.  (Klick >>HIER<< für mehr Infos zum Event.) 

Schmunzelnd hatte sie im Vorfeld einmal mehr die Diskussionen verfolgt, welches Set nun besser sei und gespielt würde. Metal oder Electro? Wie wäre es denn, wenn wir die Band um Gründer und Frontmann Andy LaPlegua nicht einfach in eine eindeutige und akkurat vorfertigte Schublade stecken würden? Industrial-Electro Metal mit viel Platz für künstlerische Kreativität braucht schon ein wenig mehr Raum, als eine “altertümliche” Kommode so bietet. COMBICHRIST sind doch eher in die Kategorie “begehbarer Kleiderschrank” einzuordnen, oder? Naja. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. 

 

 

ABRISS

Der etwa einstündige Abriss begann mit “Blut Royale” und endete mit der Zugabe “My Life My Rules”.  Zu wenig für einen Konzertbericht meint ihr? Gut, dann wollen wir den Auftritt der fünf phantastisch gelaunten Jungs noch ein wenig “ausschmücken” und Revue passieren lassen.  

Der im Countdown angekündigte “elimination process” startete liebevoll brachial und ohne große Umschweife mit “Blut Royale”. Sofort war klar, dass es kein Entkommen geben würde. Die Leiber würden zucken, Tanz und/oder Kontrollverlust würden bald nicht mehr zu unterscheiden sein… und dies sollte sich, bis auf bei wirklich äußerst wenigen immunen Exemplaren, während der energiegeladenen Performance bewahrheiten.   

 

 

Zeit, sich auszuruhen gab es keine. Es wurde immer heißer und der Schweiß rann die Körper aller Beteiligten hinab. Der Gedanke, an der Theke ein wohltuendes Wasser zu ersteigern, wurde sofort wieder verworfen, denn nicht eine Sekunde des combichristlichen Fegefeuers sollte verpasst werden. 

 

 

Dass die Bäder in der Menge dem Multi- Instrumentalisten Elliot Berlin eine Abkühlung verschafften, darf man zu bezweifeln wagen, denn die brannte und tobte. Bis auf die angesprochenen wenigen Ausnahmen. Die Mädels sahen einfach nur hübsch aus, schwitzen allerdings genauso- welch ein Irrsinn, den man da vor der Stage beobachten musste… Egal, wichtiger war, was da auf der Stage passierte.

 

 

 

“Fuck That Shit”, “Heads Off”, “Modern Demon”, “Compliance”, “Maggots At The Party”, “Not My Enemy”, “Never Surrender”… all das gab es krachend auf die Ohren, während die Augen dem Bühnen- Fitness- Programm von Rampensau Andy und seinen nicht minder sauigen Kollegen folgten. Und ja, natürlich erinnert sich die Schreiberin gerne zurück an das Jahr 2006, in dem sie COMBICHRIST für sich “entdeckte” und schon damals fröhlich dessen Aufforderung nachkam- Get Your Body Beat” gehörte natürlich auch an diesem Sonntag mit ins Programm. 

Die Abrissparty fand dann langsam ihr Ende und es ging für die Band kurz runter von der Bühne und schließlich für eine Zugabe nochmal hinauf. Man kennt es. 

My Life My Rules” So soll es sein…  

 

 

Jetzt aber an die Theke. Der Kellner lächelte mir aufmunternd zu, als ich ihm signalisierte, mein Wasser müsse nun “sehr groß” ausfallen und lieferte mir das Elixier in Hochgeschwindigkeit. Dankeschön dafür, das tat soooo gut. Schweißgebadet ging es in der Umbaupause an die frische Luft- Gesprächsfetzen peitschten der Schöpferin dieser Zeilen wild um die Ohren, doch aufnehmen konnte sie davon nichts. Sie war einfach fix und fertig. 

MEGAHERZ 

Die letzten Kräfte noch einmal zusammengebündelt, ging es wieder hinein, ins geschätzte Tempel- Wohnzimmer, doch die Luft stand und es roch recht unangenehm nach Schweiß. Das Plätzchen in den hinteren Reihen gesucht, lautete der Plan, das neue Album von MEGAHERZ nun in der Live- Version zu beguthorchen. (>>HIER<< hatten wir euch ‘In Teufels Namen’ bereits vorgestellt.) 

Doch Pläne sind da, um geändert zu werden… Es sollte einfach nicht sein. Der zweite Headliner des Abends wurde von der angereisten Fangemeinde gebührend zelebriert, doch die Autorin gehört weder zur Gemeinde, noch hatte sie ihren Abholschein dabei.  

 

 

 

Nach dem zweiten Song stellte sich heraus, dass das Krächzen im Ohr tatsächlich zu Sänger Alexander „Lex“ Wohnhaas gehörte, sodass man ihm zu gern ein Halsbonbon hätte reichen wollen. Nun, ja. Das passiert im Laufe einer Tour und ist nicht zu ändern.  Doch wenn man vom digitalen Album bisher schon nicht ganz überzeugt war, hatte man keine Chance, die eher weichgespülte NDH-Platte hier und jetzt lieb zu gewinnen.   

 

 

 

REGENERATION

Wärme und körperliche Verfassung taten ihren Rest dazu und kurzerhand erschien ein Aufenthalt vor der Tür die bessere Wahl für den Moment. Hier gab es auch prompt noch eine Überraschung, denn JANOSCH MOLDAU und Kollegin Josie schlenderten uns gut gelaunt entgegen. Es gab ihn also wirklich! Die beiden hatten just zuvor ihr Tourbus- Interview beendet und waren nach wie vor in Plauderlaune. 

Es war der Autorin eine Freude, Janosch in diesem entspannten Rahmen kennenzulernen und der ein oder anderen Anekdote zu lauschen. Angenehm und humorvoll fand der Abend nun sein Ende, denn man soll gehen, wenn es am schönsten ist.  

Bevor ihr fragt- klar werdet ihr das Interview bald bei uns zu lesen bekommen. 

FAZIT  

Insgesamt erlebten wir einen Abend, der uns irgendwo zwischen Melancholie und Eskalation gefangen nahm und antagonistischer nicht hätte gestaltet werden können. 

Ein großes Dankeschön an Schwarzpixel für die phantastischen Bilder.

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Geschrieben von: Prinzessin Prisma

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