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Am 24. Oktober 2026 fand im Werk 21 in Zürich die diesjährige Ausgabe des Sounds from the Heart – Festivals statt. Es sollte ein Abend voller magischer Klänge werden. Nebst dem musikalischen Programm gab es auch ein Fumoir mit Stummfilmkino sowie drei DJs und einen Infostand der Stiftung Fledermausschutz Schweiz.

Was bereits bei der Kommunikation des Festivals auffällt und sich gleich einem samtenen Band durch das Narrativ des Festivals spannt, ist die Betonung des Herzens. Wer den Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Éxupéry gelesen hat, der wird an der Erzählweise der Festivals Gefallen finden: Begegnungen, eine etwas märchenhafte Atmosphäre und sorgsam ausgewählte Bands, so präsentiert sich das Festival.
Den Abend eröffneten Huir aus Barcelona mit einer bezaubernden Stimme und berührenden Klängen. Das Duo trat an diesem Abend zum ersten Mal live in der Schweiz auf – und es bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Konzert war. Mit ausdrucksstarken Gesten, einer Stimme, welche die Zuhörer:innen in ferne Seelenwelten entführte, und der Musik musste dem Publikum unweigerlich klar werden, dass an diesem Abend die Gedanken auf eine Reise gehen sollten.



Ein Highlight des Abends waren Incirrina, die aus Athen angereist waren. Das Duo begeisterte mit seiner elfenhaften Art und dem stillen Einverständnis zwischen Sängerin und Musiker. Mit jedem Stück war deutlich, wie sehr die beiden die Musik leben und wie die Lyrics ihre betörende Schönheit ausbreiten. Stücke vom neuen Album waren ebenso Teil des Sets wie das in ihrer Muttersprache gesungene KΡΥΦΟ(verborgen, versteckt). Die Herzlichkeit war bereits auf der Bühne zu spüren, doch auch am Merchstand kam es zum ein oder anderen Gespräch.


Der finale Akt des Abends durfte ein volles Set spielen. Die aus Schweden stammende Band The Secret French Postcards reiste mitsamt ihren Instrumenten und Auto aus Jönköping an. Auch hier war das Motto des Abends wieder stark spürbar, die Band war sichtlich zufrieden, diesen Abend als Headliner zu begehen. Sollte das Publikum bereits müde geworden sein, so liess es sich das nicht anmerken – einige tanzen gleich weiter zu den Sets der DJs.



Zwischen den Konzerten gab es immer Zwischensets, die DJs Karaya, Dyvox und Tristesse begleiteten den Abend und lieferten den Soundtrack zur After Show-Party. Sie spielten zum Abend passende Musik, gingen aber oft etwas unter im Kosmos der Konzerte. Nichtsdestotrotz soll hier festgehalten werden, dass der Veranstalter auch hier eine sorgfältige Auswahl getroffen hatte.
Im Fumoir der Venue wurde in Dauerschleife eine der Traditionen des Festivals aufrechterhalten. In diesem Jahr lief der Klassiker The Cat and the Canary (Paul Leni, 1927) stumm über die Bildschirme.
Eine Bar versorgte die Besucher:innen mit dem Notwendigsten, leider nach wie vor nur mit Bargeld. Wer also das Festival besucht, sollte sich früh genug mit Bargeld versorgen, denn es gibt durchaus auch Gelegenheit, entweder die Fledermausstiftung zu unterstützen oder aber die Bands mit dem Kauf von Vinyl, CD oder anderem Merchandise.
Das ausschliesslich aus Bands des Labels Cold Transmission ausgelegte Line Up überzeugte, die Zwischenklänge waren stimmig und rund. Insgesamt also ein feines Festival, das kommendes Jahr sein Jubiläum feiern wird. Wenn sich von einem Festival sagen lässt, dass es einen besonderen Zauber webt, der von liebevollem Miteinander und einem sorgsam kuratierten Line Up lebt, dann gehört das Sounds from the Heart – Festival unbedingt auf diese Liste. Den 23. Oktober 2027 sollten sich Liebhaber:innen von Darkwave und Post-Punk auf jeden Fall vormerken, denn das Line Up muss gar nicht bekannt sein, um eine Ahnung davon zu haben, dass diese Ausgabe eine Besondere werden wird.
Review: The.Goth.Teacher
Fotos: Mischa/Redaktion
Geschrieben von: the.goth.teacher
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