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Ihr Name leitet sich vom Schaufelradbagger ab, der erstmals 1957 hergestellt wurde. Genau das ist auch ihr Ansinnen, wenn sie Musik komponieren: Sie wollen laut sein, schwer, dreckig und gehen dabei keine Kompromisse ein. Wer nun das Bild einer industriell geprägten Landschaft hat, in die selbstverständlich Kohlegruben ebenso wie grosse Industriehallen gehören, der ist bereits mitten in der Ästhetik der Band Bagger 258 angekommen. 2023 in Augsburg von Nico von der Eisenmühle und Tim Schmelzer gegründet, wird die Band sich diesen Herbst gemeinsam mit Nachtmahr und Cygnosic auf Tour begeben.
Ihren musikalischen Anspruch beschreibt Nico als kompromisslos ehrlich: «Wir versuchen nicht, irgendetwas zu sein, was wir nicht sind. Bagger 258 steht für rohe Energie, harte Beats und Texte mit Aussage.» Sie wollen mit ihrer Musik Druck erzeugen und Botschaften vermitteln. Dieser Anspruch spiegelt sich in ihrem Gesamtkonzept wider: Arbeiterthematik, Bühnenoptik und Live-Shows greifen nahtlos ineinander und erzeugen so den Eindruck eines geschlossenen Konzepts.
Gerade in der Zeit, von der sie sprechen, also 1957, bedeutete die Arbeit in der Industrie körperliche Brutalität und Druck: Dennoch funktionierten die Menschen jeden Tag. Die Musik der beiden Künstler beschäftigt sich mit ebendieser Ausbeutung, mit Leistungsdruck und sozialer Ungleichheit.
Bewusst gewählt ist diese Perspektive: Während andere sich an den Mühen des «kleinen Arbeiters» bereichern, muss dieser eben jeden Tag funktionieren. Es bleibt in ihrer Musik aber nicht beim mahnenden Finger, sondern sie vermittelt zahlreiche Gefühle wie Wut, Frust, Hoffnungslosigkeit – aber auch Zusammenhalt und die Macht des Widerstandes. Das sind Themen, die auch uns heute noch beschäftigen.

Das neue Album der Band heisst ‘Aufwärts geht’s bergab’ und erschien am 20. Februar 2026. Es beschäftigt sich mit den Gefühlen der heutigen Generation: «Dir wird überall erzählt, dass alles besser wird, dass du nur genug leisten musst – und gleichzeitig merken viele Menschen, dass sie trotz Arbeit kaum vorankommen.» Ein Ansinnen der Musiker ist, ihren Hörer:innen auch zu vermitteln, dass sie mit ihren Gedanken und Problemen nicht alleine dastehen.
Deshalb ist die Live-Performance ein wichtiger Bestandteil der Bandidentität. Die Reaktionen des Publikums sind zentral für die beiden: Sie möchten, dass ihre Musik eben nicht nur gedankliche, sondern auch tatsächliche Bewegung auslöst und die Leute zum Tanzen bringt.
Tim ergänzt, dass Musik auch für ihn eine wichtige Rolle spielt: «Ich glaube, jeder kennt dieses Gefühl von Druck und Dauerstress mittlerweile sehr gut. Arbeit, Alltag, Zukunftsängste – das prägt natürlich auch die Musik, die man macht.» Und so entstand, geprägt durch die Jahre in der Schwarzen Szene, schliesslich Bagger 258: «Aus der Kombination aus persönlichem Frust, gesellschaftlichen Themen und unserer Liebe zu EBM ist letztlich das geworden, was Bagger 258 heute ausmacht.»

Für die beiden ist «Muskeln und Maschinen» ein zentrales Stück: Es findet sich auf dem 2023 veröffentlichten Debütalbum ‘Ode an die Arbeit’. In Zeiten von KI und maschineller Höchstleistung trifft der Song einen Nerv, denn er spricht von der Verbindung zwischen Mensch und Maschine – ein Konzept, das der Industrialisierung bereits innewohnte. «Da steckt viel drin, was uns als Band interessiert: diese Verbindung aus Mensch und Industrie, körperlicher Arbeit und maschineller Kraft, die ineinandergreift und sich gegenseitig antreibt. Nach diesem Song haben wir damals auch den Entschluss gefasst, ein komplettes erstes Album zu machen und das Ganze weiter auszubauen.»
Nico beschreibt den Song auch als jenen, über den viele Menschen ihre Musik entdeckten. Es lässt sich also festhalten, dass dieses Stück massgeblich daran beteiligt war, Bagger 258 so zu formen, wie wir die Band heute kennen. In ihrer musikalischen Sprache bleiben sie sich treu, ihren Themen ebenso.
Tim erzählt: «Man braucht etwas, woran man selbst wirklich glaubt, sonst verliert man irgendwann die Motivation.» Entscheidet man sich als Band gegen Trends, so bleibt bei jenen, welche die Musik hören, mehr hängen. Diesem Motto bleiben sie treu – und sind sich einig: Musik ist in der Lage, Menschen zu verbinden. Sie kann provozieren, wachrütteln oder den Menschen Kraft spenden. «Gerade in der Schwarzen Szene merkt man das extrem. Da kommen Menschen aus komplett unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammen und fühlen trotzdem für einen Moment das Gleiche.»
Es ist genau diese Gemeinschaft, die auch in ihren Stücken eine zentrale Rolle spielt. Wer also gerne eintaucht in eine industriell geprägte Welt des Leidens, die gleichzeitig von Hoffnung und Kampfesmut spricht, der sollte die nächsten Gelegenheiten nicht verpassen, Nico und Tim live zu erleben. Ausserdem erscheint am 28. August 2026 das neue Stück ‘Der Technokrat’.
Nächste Live-Termine3. September 2026: Warm-Up Party NCN Festival
Herbst/Winter 2026: Tour mit Nachtmahr und Cygnosic: Termine
2023 Ode an die Arbeit
2024 Körperkommando (Single)
2024 Alter Mann (Single)
2026 Aufwärts geht’s bergab
2026 Der Technokrat (erscheint am 28. August 2026)
Geschrieben von: the.goth.teacher
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