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BANDVORSTELLUNG

Glamouröse Dunkelheit: THE DARK

today11. Juni 2026 14 1

Hintergrund
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Glamouröse Dunkelheit: THE DARK

English Version: Glamorous Obscurity THE DARK

Schwere Bässe, Rhythmus, ein bisschen Glamour der 80er: THE DARK sind eine Band rund um den Sänger, Gitarristen und Produzenten Brandon Ashley. Zuletzt veröffentlichten sie die Single «Nightmare on Lexington Street», ein Stück über einen ganz besonderen Lebensabschnitt des Frontmannes.

Eine Frage der Philosophien

Die Dunkelheit ist in der Schwarzen Szene eine vertraute Komponente. Für The Dark symbolisiert die Dunkelheit all das, wovor man sich fürchtet, ob als Kind oder als erwachsener Mensch. Es sind die Dinge, die nicht sichtbar werden, die Ängste schüren – und letzten Endes auch die Angst davor, die Bedeutung des eigenen Daseins nicht finden zu können. Der Gedanke dahinter ist, dass wir einen steten Kampf führen zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren, dass die Dunkelheit letztlich nichts anderes ist als eine Reflexion des Lebens. In diese Dunkelheit nun will The Dark treten und helfen, diese Dunkelheit zu überwinden.

Ein Grundgedanke dabei ist für Brandon, dass man an Fehlern wächst. «Jedes Mal, wenn man einen Kampf ausfechten muss, lernt man.» Musik ist die Verbindung, die den Menschen hilft, sich selbst zu ermächtigen für all diese Kämpfe, seien sie noch so gross oder klein. Die Band findet ihre Wurzeln auch im Punk. Brandon äussert sich hierzu: «Der einzige Weg, frei zu sein, ist es, sich selbst zu werden. Aber das will niemand, die Eltern wollen es nicht, die Gesellschaft nicht und schon gar nicht die Politik. Das System fürchtet sich vor freien Menschen.» Und genau dies ist einer der Gründe, genau dafür zu kämpfen.

In seiner Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Philosophien begegnete Brandon zahlreichen Inspirationen. Die beste Anregung finde sich aber dann, wenn man sich mit Gedanken beschäftige, die keineswegs der eigenen Haltung entsprächen. Brandon studierte in seiner Heimat Turin auch Philosophie und traf in dieser Zeit auf Philosophen wie Nietzsche, Schopenhauer und Kierkegaard. Beeinflusst wurde er aber auch durch seine klassische Klavierausbildung – so bleibt denn auch Beethoven eines seiner Idole.

Betrachtet man das Konzept von The Dark etwas genauer, so ergibt sich ein organisches Geflecht aus Glamour und Dunkelheit – eine Art Dark Glamour der 80er Jahre. Der breite Musikgeschmack erlaubt es dem Künstler, vielfältige Einflüsse in sein eigenes Oeuvre aufzunehmen. Auch wenn die Ästhetik häufig einen glamourösen Eindruck macht, so verbirgt sich doch hinter all dem Glanz eine Dunkelheit, die zu fassen es noch gilt. Bestandteil bilden aber definitiv die 80er, 90er, Rock, Grunge, Glamour und Dunkelheit, so der Bandleader.

Brandons erste Inspiration war David Bowie. Im Kindesalter sah er den Musiker im TV singen und war tief beeindruckt. Er war damals überzeugt, etwas Vergleichbares sähe er niemals mehr in seinem Leben. Dieser Moment führte dazu, dass Brandon davon träumte, zu werden wie Bowie: kunstvoll, authentisch, talentiert. Jim Morrisson und The Doors stehen ebenfalls weit oben auf der Liste jener Einflüsse, die Brandon zu dem Musiker haben werden lassen, der er heute ist. «Die Idee bei Musik ist, dass sie nicht bloss Musik ist, sondern organischer Grundbestandteil eines ganzen Lebens.»

Immerhin war der Einfluss auf den jungen Brandon immens: «Sie haben im Grunde mein Leben zerstört.» Der Musiker lacht dabei und erklärt, dass er im Grunde sehr glücklich sei, sein Leben der Kunst verschrieben zu haben, aber dass er eben auch viele Opfer habe erbringen müssen. Auch das sei eine Zutat der Kunst.

Eine besondere Neuerscheinung

Ein Stück, das von den Ursprüngen des Musikers Brandon Ashley erzählt, ist die neuste Single, «Nightmare on Lexington Street». Das am 1. Mai erschienene Stück beschreibt die fünf Jahre, in denen Brandon in Los Angeles wohnte, eben genauer gesagt, an der Lexington Street, die sich im südlichen Hollywood befindet. Es seien die schwierigsten Jahre seines bisherigen Lebens gewesen, gleichzeitig aber auch die inspirierendsten.

Gleich nach der Trennung von seiner damaligen Partnerin hatte Brandon nach einer Wohnung gesucht und er sei damals in diese Gegend gezogen, die sich als grosse Künstlergemeinschaft herausstellte. Alle wollten etwas bewirken mit ihrer Kunst, sei das Musik, Bildende Kunst oder das Schreiben.

In diese Zeit fällt auch die Episode, in der Brandon im Angels and Kings, einer bis 2009 geöffneten Bar, ein wiederkehrendes DJ-Set spielte. «Der Besitzer gab mir damals den Dienstagabend, weil es ein «toter Abend» war und ich nichts kaputt machen konnte. Mir war es immer wichtig, das Publikum zu fühlen. Bald waren die Toxic Tuesdays, so nannte ich meinen Abend, die erfolgreichsten Abende.»

Der Künstler lebt nach dem Grundsatz, auch einmal etwas zu wagen, keine Angst du zeigen, auch einmal etwas zu zerstören. Unsere Welt sei zurechtgebastelt und nicht mehr wirklich. Dass er selbst dabei nicht mitmachen wolle, ist klar. Deshalb habe er das Wort ergriffen. «Gerade als Jugendlicher hiess es für mich: Ich gegen die Welt, ich gegen das System. Es war eine einsame Zeit.»

Im Stück «Nightmare on Lexington Street» geht es auch um die exzessive Lebensweise, die beschrieben werden soll. Ein Musikvideo ergänzt das Stück und gibt weitere Einblicke in die damalige Zeit. Ein nächster Song des bevorstehenden Albums wird ebenfalls von Brandons Leben erzählen. «Ghost of Turin» fügt sich damit in eine musikalische Biografie ein, denn die im Fokus stehenden Jahre waren zwar von Exzess und Party geprägt, aber sie standen darüber hinaus auch im Zeichen der Kunst. Und das Resultat ist definitiv eines, worauf man stolz sein darf.

Die Erzählweise

Dass dies in genau der Weise erzählt und gespielt werden muss, ist auch klar. Der Aspekt des Punks heisst nämlich auch, dass ein Song nicht bereinigt und glatt ist, sondern eben Ecken haben soll, Rauheit, Kanten – und damit ein Spiegel des Wirklichen wird. Denn, so Brandon, Punk sei nicht bloss ein Genre, es sei ein Lebensgefühl. Und dazu gehöre, wirklich und ehrlich zu sein bis ins Innerste.

Aus technischer Sicht sind es die tiefergestimmten Gitarren, wie man sie aus härteren Bands kennt, kombiniert mit melodischem Gesang, die den für The Dark charakteristischen Vibe prägen. Es geht im Kern nicht darum, ob das Publikum die Musik mag oder nicht. «Im Rampenlicht zu stehen, nur um gemocht zu werden, das ist kein guter Grund, Musik zu machen.» Viel schöner sei es, wenn das Publikum das wirkliche Ich des Künstlers akzeptiere und deshalb die Musik möge.

Besucht man ein Konzert der Band, so erwartet einen eine grosse, laute und kraftvolle Show, an die sich die Menschen erinnern sollen. Für Brandon selbst steht im Fokus, sich mit dem Publikum zu verbinden und im Gefühl zu versinken, dass der Raum für diesen Moment eine Einheit bilde.

Die Menschen sollen sich in seinen Lyrics wiederfinden, Musik soll für jeden sein. Deshalb ist es für Brandon auch schön zu sehen, wenn Menschen mitsingen können an einem Konzert. Die Verbindung mit dem Publikum und als Gemeinschaft empfindet er als magisch: «Wenn ich auf der Bühne bin, befinde ich mich in einem ekstatischen Zustand. Es ist, als ob ich in einer anderen Dimension sei und mit dem Publikum eins werde.»

Ein Blick in die Geschichte

Eine einzigartige Erfahrung für Brandon Ashley war es, die Bühne für Iron Maiden zu eröffnen bei dem Festival Rock in India, das von 2008 bis 2012 in Bangalore und anderen Orten durchgeführt wurde. Als Brandon die Anfrage des Festivals erhielt, befand er sich mit seiner damaligen Band Brandon Ashley and The Silverbugs gerade auf Europatour mit Lordi, die damals gerade den European Song Contest gewonnen hatten.

«Das Ganze war ein bisschen wie ein Traum. Wir spielten unser letztes Konzert in Grossbritannien, in Sheffield, um dann an den Flughafen gefahren zu werden. Nach nur etwa einer Stunde Schlaf brachte man uns bereits auf das Festivalgelände in Indien – wir hatten unseren eigenen Wohnwagen und im Backstagebereich begegnete man all diesen wunderbaren Menschen. Rund 24 Stunden später waren wir bereits wieder unterwegs zurück nach London, um dort unsere Tour mit Lordi weiterzuführen.»

Ein Blick nach vorne

Für Brandon ist der Kontakt zu seinem Publikum wichtig: Hörer:innen melden sich auch bei Brandon und ihre Nachrichten erzählen häufig davon, dass seine Musik sie berühre oder auch durch schwierige Momente ihrer Leben begleite. Es ist einer der Gründe, Musik zu machen. Auf diesem Weg will er weiterhin authentisch sein und keinen bestimmten Trends folgen. Das heisst eben auch, Kritik einstecken zu können und keine Angst zu haben, nicht gemocht zu werden.

Der Musiker ist immer auf der Suche nach einer tieferen Bedeutung in seinen Stücken. Das ausschweifende Leben der Lexington Street hat er längst hinter sich gelassen:  «Musiker zu sein heisst nicht, ein grosses Anwesen mit Blick auf das Meer zu haben, sondern es heisst, nichts anderes tun zu können, weil die Musik so tief in einem verwurzelt ist.»

2026 können die Hörer:innen gespannt sein auf neue Singles und Anfang Oktober ein neues Album. Darüber hinaus sind bereits einige Shows in Europa geplant.

Mehr Informationen zur Band finden sich auf der offiziellen Homepage. Aktuelle Informationen und Einblicke gibt der Künstler auf seinem eigenen Account (hier oft auch zu Corlyx) oder dem offiziellen Bandaccount. Am 12. Juni erscheint das Musikvideo zum neuen Song ‚Angels have no Wings‘.

Zum Musikvideo
Musikvideo

Geschrieben von: the.goth.teacher

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