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Unter dem Namen CygnosiC macht der Grieche Georgios Psaroudakis seit 2006 Musik aus dem Bereich Dark Electro, Industrial und EBM. Seine Alben tragen Namen wie ‚Demystify‚ oder ‚Theorem‚ oder ‚Siren‘ und die Songs verbinden dunkle Elektroklänge mit gutturalem Gesang. Erste Konzerte fanden 2010 griechenlandweit statt, spätestens seit 2013 reiste der Musiker durch Europa. Auch der Songtrack zu einem eigens kreierten Videospiel gehört zum Œuvre des Griechen. Radio Schwarze Welle traf Georgios in Aarburg beim «Let your Darkness Out»-Festival am 13. Dezember 2025. Das Interview wurde in englischer und griechischer Sprache geführt und ist hier übertragen ins Deutsche.
1. Kannst du CygnosiC in einem Satz beschreiben? Was ist die Essenz deiner Musik?
Die Essenz meiner Musik sind melodiöse Rhythmen kombiniert mit Metal Vocals. Mich interessierte dabei die Verbindung aus zwei Elementen, die sich eigentlich widersprechen, die aber im Kern verbunden sind. Meine Lyrics sind poetisch, da ich die Haltung vertrete, dass ein*e Musiker*in einen Einfluss auf diejenigen ausübt, welche die Musik hören. Aus diesem Grund will ich einen positiven Einfluss nehmen.
2. Du lebst in Athen und bist schon in vielen Ländern aufgetreten. Welche Unterschiede bezüglich der Veranstaltungsorte und dem Publikum hast du feststellen können?
Herausfordernd sind manchmal die unterschiedlichen Bedingungen der Veranstaltungsorte, man muss in der Lage sein, sich gut anpassen zu können. Betreffend das Publikum ist es so, dass es viele Vorurteile gibt – die Menschen dort seien so, das Publikum an jenem Ort sei besonders reserviert. Das alles stimmt nicht, denn ich habe so viel Positives erlebt und immer wieder feststellen dürfen, dass jeder Mensch, der meine Konzerte besucht, irgendwie ein Freund ist.
3. Im Oktober erschien dein neustes Werk, «Theorem». Die Stücke sind Metal-Versionen deiner Songs. Welche Einflüsse finden sich in deiner Musik?
Mein Hintergrund ist der Metal, ich selbst bin multi-instrumental. Ich lasse mich von Musik grundlegend beflügeln. Was mich aber am meisten inspiriert, ist das Leben und was alles dazu gehört: die Herausforderungen, das Stolpern im eigenen Leben, aber auch das Vorwärtsgehen.
4. Du schreibst, dass du bereits an einem neuen Album feilst. Wie sieht die Arbeit an einem Album aus?
Ich habe zu Hause ein Studio (Anm. d. Redaktion: ein beeindruckendes Studio) und schreibe zuerst die Musik, danach beginne ich mit den dazugehörigen Vocals und schliesslich schreibe ich die Lyrics.
5. Dein Album «Chaoscity» ist gleichzeitig der Soundtrack eines Videospiels, das du programmiert hattest. Welchen Bezug zu Videospielen hast du selbst?
Ich bin ein Kind der 80er Jahre und beschäftige mich selbst sehr mit gerne Plattformer-Spielen. Insofern ist auch dieses Spiel ein klassisches. Aktuell ist es leider nicht mehr erhältlich, aber ich plane, es für Steam wieder aufzusetzen und kostenlos zugänglich zu machen.
6. Gibt es ein Stück, das dir besonders wichtig ist? Weshalb?
Das ändert sich immer wieder. Ich tendiere dazu, immer mein letztes Album am meisten zu mögen, es widerspiegelt das, was mir aktuell am wichtigsten ist, am meisten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es dem Publikum jeweils ebenfalls so geht.
7. Heutzutage wird in den Sozialen Medien viel und rasch kommentiert und geurteilt. Das gilt auch für das, was Künstler*innen tun. Wie geht ihr mit Kritik oder Hass um?
Es wird immer Menschen geben, die einen kritisieren, besonders wenn man gut in dem ist, was man tut. Es beruhigt allerdings, dass ein*e gute*r Musiker*in nie Kritik an anderen Kunstschaffenden üben würde.
8. Schaut man sich die Cover der Alben an sowie deren Titel, ist die Verbindung zu verschiedensten Dingen wie (griechischer) Mythologie offensichtlich, sie ist aber vermischt mit futuristischen Technologien. Was können uns antike Mythen lehren? Weshalb verwendest du diese Bilder?
Ich nutze diese Kombination manchmal, weil ich auch glaube, dass wir enorm viel von den Menschen der Vergangenheit lernen können. Wir können von unseren Eltern lernen, aber genauso gut von den Menschen, die viele Jahrhunderte oder Jahrtausende vor uns lebten. Unsere Eltern kritisieren wir im Jugendalter, aber irgendwann merken wir, dass sie nicht immer falsch liegen.
9. Auf welche zukünftigen Pfade wird sich CygnosiC begeben? Was sind eure Pläne für 2026?
Das Jahr 2026 wird unser zwanzigjähriges Bestehen markieren. Wir sind dabei, ein neues Album aufzunehmen, ein Electro-Album. Wir freuen uns auf dieses zwanzigste Bandjahr.
10. Was würdest du einer jungen Person empfehlen, die in die Musikbranche einsteigen möchte?
Du musst das, was du schreibst, mögen, musst dein erster eigener Fan sein. Magst du deine Musik, so kannst du diese Freude weitergeben und die Menschen werden sie auch mögen.
Originalversion (ausschliesslich in englischer Sprache): Dark Electro from Greece CygnosiC
Persönlicher Ansatz auf Instagram
CygnosiC bei Bandcamp
Geschrieben von: the.goth.teacher
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