play_arrow

keyboard_arrow_right

Listeners:

Top listeners:

skip_previous play_arrow skip_next
00:00 00:00
chevron_left
volume_up
chevron_left
  • play_arrow

    Radio Schwarze Welle Radio Schwarze Welle

CD REVIEWS

SixTurnsNine’s ‘Borders’ – Minimal Non Pop in Perfektion

today16. Dezember 2022 31 1

Hintergrund
share close

SIXTURNSNINE, eine recht junge Combo aus dem kreativen Schmelztiegel Düsseldorf, haben im Herbst diesen Jahres ihr Debüt- Album ‘Borders‘ via ECHOZONE auf den Markt gebracht.
Warum wir erst jetzt darüber berichten? Diese Frage ist berechtigt und wird im Laufe dieses Beitrages sicher beantwortet werden.
Da vermutlich die meisten von Euch noch nichts von Band und Album gehört haben werden, streben wir hiermit die Änderung dieses Zustandes an.

 

SixTurnsNine im Revier, Selfie von Anja Valpiani
SixTurnsNine
(c) Anja Valpiani

 

Die Band SIXTURNSNINE

Gegründet um 2015 in der Hochburg elektronischer Nischenmusik, dem allseits bekannten Düsseldorf, von ANJA VALPIANI, LUTZ BAUER und PHILIP AKOTO. Ihre musikalischen Backgrounds könnten unterschiedlicher kaum sein, tauchen in der Vita doch Genres wie Ambient, Blues, Industrial, Noise und Death Metal auf. Soweit die schon spannenden Lebenslauf- Details, die die teils frei zugänglichen Promosheets hergeben.

Wir wissen, dass die Songs zu dritt geschrieben werden, was den weiter oben bereits verwendeten Begriff Schmelztiegel wieder auf den Plan ruft. Bekommen sollen wir Indie im Stile der 90er, mit Einflüssen New Wave, Woodstock-Legends, Dub, mit lazy Trip-Hop Breakbeats und so weiter. Dann schauen wir uns das Werk, das sich jedem größeren Stream, inklusive des arg geschmähten Mainstreams verweigert, einmal genauer an.

Das erste mal aufmerksam auf SIXTURNSNINE wurden wir 2018 durch die EP ‘Spinning Numbers‘. Seither gab es eine weitere EP und 2 Singles, wovon das Release ‘Bird‘ bereits dieses Album anteaserte. Seit dem 30. September ist das Experimental Pop Album ‘Borders‘ nun auf dem Markt und wir gedenken, euch das zwischen all die News zu den ewig gleichen Szenenamen zu hauen, damit es nicht übersehen wird.
Wenn ihr recht unflexibel in euren Genres like Future Pop, EBM oder Goth Rock unterwegs seid, müsst ihr jetzt ganz stark sein. Alle offener eingestellten Leser haben wir sicher eh schon angestachelt.

Borders

Dieses Album ist extrem sperrig, nichts folgt dem klassischen Muster von klaren Pop- Linien, Hooklines oder ansteckender Heiterkeit.
Die Band selbst beschreibt ihre Musik recht eindeutig mit Minimal Non Pop. Denn Pop, per Definition ja Popularmusik findet sich hier eindeutig nicht.
Die Kunst besteht hier hauptsächlich darin, völlig konträre Dinge miteinander zu verknüpfen, ohne beim Hörer Kopfschmerz oder Schlimmeres auszulösen. Das klingt deutlich verächtlicher, als es der Autor meint. Es ist ein Experiment über 10 Titel, welches überwiegend dubbig, teils jazzig daherkommt. Nein, hier möchte niemand die Hits für die nächste Party liefern. Nein, auch für den schwarzromantischen Sonntagnachmittag taugt es nicht wirklich. Aber es ist sehr spannend und stellt eine besondere Anforderung an den Hörer: nimm dir Zeit und höre in Ruhe zu.
Wenn ihr diese Anforderung erfüllt, bekommt ihr ein musikalisches Glas Riesling: bei jedem Schluck melden sich ganz viele und immer andere Geschmacksknospen. Hier eine Prise Trip Hop, dort etwas Post Punk, dann wieder düsterer und schwerer Wave, alles mit einem melancholischen Grundton, der von bluesigen Vocals unterstützt wird. Das Album funktioniert als geschlossenes Konzept, trägt eine dunkle Schwere in sich und hilft, sich einfach mal richtig zu erden. Es erinnert von der Konzeption ein wenig an Jam Sessions oder Jazz Sessions: fern ab aller gängigen Regeln und Klischees ein akustisches Werk schaffen. Klingt kompliziert? Logisch, wie sonst soll man schwierige Musik erklären?

 

Aktuelles Bandfoto von SixTurnsNine
SixTurnsNine 2022
(c) Sascha Bertoncin

 

Fazit

Mit ‘Borders‘ hinterlegen SIXTURNSNINE eine Perle im großen Meer der Pop Musik.
Die Zahl derer, die deren Wert erkennen, wird begrenzt bleiben, es ist eben far far away from Mainstream (selbst dem Szeneinternen). Aber es liegt an euch, den Kreis der Kenner zu erweitern und dafür einfach mal über den Tellerrand zu schauen. Wer generell etwas mit Dub und/ oder Ambient anfangen kann, wird ganz sicher auch an diesem Werk und deren Schöpfern gefallen finden.
Wir sind gespannt, wo die Entwicklung der drei Düsseldorfer*innen hinführen wird.

Daten und Fakten

Act:                      SixTurnsNine
Release:              Borders
Release Date:    30. September 2022
Label:                   none/ Self Release
Medien:               digital, CD
Quellen:              Bandcamp & andere Plattformen, CD direkt bei der Band (u.a. per Bandcamp)

Tracklist
  1. Moments
  2. Love Map
  3. Fatigue
  4. Carry On
  5. Protect Me
  6. Street
  7. Bird
  8. Ginger
  9. Unwanted
  10. Flames

Infos und Kontakt zur Band findet ihr im Web, auf Facebook, Instagram und Youtube.

Unseren Stream und viele weitere redaktionelle Inhalte bekommt ihr auf unserer Website, aktuelle Artikel und mehr auf unserer Facebook Präsenz.

Geschrieben von: Dany Wedel

Rate it
0%