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BANDVORSTELLUNG

Keine zweite Wahl: 2nd Priority

today18. Februar 2026 88 22 4

Hintergrund
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Spellbound organisierte am Freitag dem Dreizehnten eine Party, die mit zwei Live-Acts aufwartete. Der Support-Act des Abends waren 2nd Priority. Radio Schwarze Welle traf Roman Röthlisberger, Roger Schnegg und ihre neue Sängerin Franziska Widmer vor ihrem gelungenen Auftritt zum Interview.

Bild: Martin Portmann (Spellbound)

Familie

Das Projekt entstand bereits 2001 als reines Studioprojekt. Drei Schulfreunde, die ihre Freude an der Musik verband, begaben sich auf den Weg in die Musikbranche. In der ersten Phase der Bandgeschichte entstanden zwei Alben und zwei Singles. Nach einer Zäsur trat die Band erneut in Erscheinung ab 2022. Es erfolgte ein Fokus auf die Genres Synthpop, Elektro und Wave. Ende 2025 verliess Mark Lehmann die Band, Franziska Widmer komplettierte im Dezember schliesslich die Band und trat im Rahmen des Konzerts vom 13. Februar 2026 zum ersten Mal gemeinsam mit Roman und Roger auf.

Obwohl die Band, wie sie nun auftritt, erst seit zwei Monaten besteht, merkt man sofort, dass die drei Musikschaffenden ihre Liebe zur Musik eint und sie sich schon jetzt als Familie verstehen. Auch Mark Lehmann, der die Band auf eigenen Wunsch verliess, ist nach wie vor Teil der Familie, wenngleich nicht mehr als aktiver Musiker. Eine tiefe Verbundenheit ist spürbar, auf der Bühne wirkt die Show genauso: eine Familie, die sich gefunden hat und in der ihre Harmonie nach aussen getragen wird.

Die Bandmitglieder sind sich einig: Im Mittelpunkt ihres musikalischen Schaffens steht die Freude. Nicht der Erfolgsdruck oder ein professioneller Zwang treibt sie an, sondern die Lust, gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Roman betont, dass sie intensiv zusammenarbeiteten – sie seien nicht nur Kollegen, sondern Freunde, die einander vertrauen und sich gegenseitig inspirieren. Gerade dieses familiäre Miteinander, so sind sie überzeugt, schaffe die Basis, auf der ein Projekt wirklich wachsen kann.

Von dieser vertrauensvollen Atmosphäre profitieren auch die kreativen Prozesse. Freunde wie Adrian Thüler begleiten die Band dabei als erste Hörer:innen und geben ehrliches Feedback, bevor neue Lieder ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Für die Musiker ist das gemeinsame Spielen ein Ausgleich, ein Ort, an dem sie ihre Gedanken und Gefühle in Klänge verwandeln können. Musik bleibt für sie damit nicht Arbeit, sondern Ausdruck purer Lebensfreude – ein Hobby, das sie mit Leidenschaft und Offenheit teilen.

Bild: ohm

Inspiration

Die Band sagt von sich selbst, dass ihre Geschichte auch die Musik in zwei grosse Phasen unterteilt. Aus den ersten Jahren geblieben ist das Sphärische, das sich auch im neusten Streich der Band, «Whispers in a Dream», äussert.  Roger erklärt, wie es entstand: «Es gibt in meiner Region einen kleinen See, an dem ich gerne entlangspaziere. Wenn sich die Nebelschwaden über das Wasser ausbreiten, dann inspiriert mich das. So entstand das Stück, das sich dieser Atmosphäre bedient, die ich so mag.»

Blickt man auf die musikalische Inspiration, so nennen die drei Bandmitglieder sofort Depeche Mode und The Cure. Einflüsse gebe es aber auch von Bands wie Rue Oberkampf und Potochkine sowie Echoberyl. Roman ergänzt, es seien aber auch szeneuntypische Musiker:innen wie Massive Attack Quellen ihrer eigenen Musik. Aus diesen Einflüssen in Welt und Musik entstehen schliesslich die Werke der Band.

Manche Songs  lassen sich gut loslassen, andere bleiben lange unvollendet, weil die Musiker noch weitere Ideen einbringen möchten. Es bringe aber nicht viel, bei einem Lied zu lange zu verweilen, denn sobald es veröffentlicht wurde, müsse man es loslassen können. Roman sagt: «Es macht Spass, ein Stück live wieder neu zu erfinden und zu verändern, auf diese Weise kann dieses neue Bedeutungen erlangen.»

Insgesamt lässt sich die Musik von 2nd Priority aber nicht in eine einzelne Kategorie einordnen, sie entzieht sich auch auf Grund der vielen Einflüsse einer klaren Genrezugehörigkeit. Eines ist aber allen Stücken gemein: Ihre Entstehung wurde von viel Freude begleitet und am Ende ist es der Band wichtig, sich selbst treu bleiben zu können. Denn schliesslich ist Musik auch dazu in der Lage, die unterschiedlichsten Stimmungen der Musiker:innen ebenso wie des Publikums auszudrücken.

Bild: Martin Portmann (Spellbound)

Zukunft

Die Band hat zwar eine lange Geschichte, als Live-Act überzeugen sie ihr Publikum aber erst seit kurzer Zeit. Der Auftritt in der Musigburg überzeugt das Publikum denn auch. Ein sympathisches und wirkungsvolles Konzert erwartete die Besucher:innen am 13. Februar 2026. Die Freude an der Musik überträgt sich auf die Anwesenden. Am Ende des Konzerts wird eine Zugabe gefordert und auch hier ist die Band in ihrer Wirkung  stark. Die Songs entfalten durch die Live-Performance zusätzliches Potenzial.

Für 2026 hofft die Band, dass sie weitere Auftritte bestreiten dürfen. Ein Traum der Drei ist es, am Wave-Gotik-Treffen, dessen regelmässige Besucher sie selbst sind, spielen zu dürfen. Die Schwarze Szene ist für sie alle Heimat und Familie. Wer möchte, kann 2nd Priority denn auch in Leipzig antreffen. Vorerst nur mit Besucherbändchen, aber wer weiss, vielleicht ändert sich das in Zukunft auch noch – zu wünschen wäre es dem enthusiastischen Trio.

Die bisherigen Veröffentlichungen lassen sich auf den üblichen Plattformen finden. Ausserdem verrät Roger: «Es warten noch viele Songs auf ihre Veröffentlichung, wir wollen unbedingt das, was noch in uns schlummert, wecken.» Für das Jahr 2026 sind weitere Singles geplant, auf die wir gespannt sein dürfen.

Geschrieben von: the.goth.teacher

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