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Alt 14.04.08, 14:28   #1
HallOfSouls
Die gute Seele
 
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And One - The Bodypop Cover Lover Supershow, Pulp Duisburg am 12.04.2008

12.04.2008 – das Pulp in Duisburg hat schon längst seine Pforten geöffnet, um den unzähligen Fans Einlass zu gewähren. Sie alle schwelgen in großen Erwartungen, die sich auch schon vor dem Merchandising-Stand bemerkbar macht.
Das bevorstehende And-One-Konzert ist ausverkauft bis auf die letzte Karte, und um 19 Uhr bildet sich eine enge Schlange vor der Grotte, in der das musikalische Highlight stattfinden wird. Warten ist hier zunächst die Devise, was allerdings nach dem Eintritt in die Halle vorerst noch so bleibt. Schwarze wie auch bunt gekleidete Menschen drängeln sich aneinander, während im Hintergrund als Appetitanreger auf das bevorstehende Programm Hits der 80er Jahre auf die Menge hernieder rieseln. Es ist fast unerträglich warm, aber das nimmt hier jeder einzelne in Kauf.

Dann wird es nach einer fast unendlich scheinenden Zeitspanne für einen kurzen Moment still, und das Licht schwindet. Über die Lautsprecher ertönt schließlich die unverkennbare Stimme Steve Naghavis, die den Einheizer des Abends ankündigt in der Gestalt von Alexander Marcus - dem 'King of Electrolore'. Dieser betritt auch schon bald mit einem Globus im Arm die karge, nur mit Mikro ausgestattete Bühne, stellt sein Mitbringsel auf einem Stuhl ab, bevor eine kleine Schlagerparade mit einigen ganz suspekten Titeln beginnt, und das mit einer so offensichtlich überschwänglichen Theatralik, dass es schon fast wieder lustig ist. Man merkt allerdings, dass das Publikum sich nicht so ganz entscheiden kann, ob der Gag nun ankommt oder nicht.
Auf jeden Fall wird die Spannung auf den Hauptakt nur noch geschürt.

Und dann nach einer unendlich erscheinenden Zeit des Wartens beginnt sie


- die Bodypop Cover Lover Supershow –


und zwar nicht zu knapp.

Eine allseits bekannte Melodie schwebt durch den Raum, und spätestens, wenn man die von einem noch unsichtbaren Steve Naghavi geschmetterten Worte ‚Touch me, how can it be’ hört, wird gewiss, welcher Song zum Auftakt ausgewählt worden ist – ‚The sun always shines on T.V.’ der legendären Gruppe A-ha. Und als das langsam dahinfließende Intro in einen schnellen und harten Rhythmus wechselt, fällt gleichzeitig der schwarze Vorhang und gibt den Blick auf die Band und die Bühne frei.
Schon hier zeigt sich auch wieder, dass es keiner großen Bühnenaufbauten bedarf, um Partystimmung aufkommen zu lassen. Das Bühnenbild besteht lediglich aus zwei großen, von innen beleuchteten Säulen an den äußeren Seiten, auf deren Fläche sich der Name der Band aufteilt, und zwei trapezförmigen und in der Höhe von einander abgesetzen Wänden, hinter denen jeweils die Oberkörper von Chris und Gio an den versteckten Keyboards hervorlugen.
Die Zuschauer erleben einen gut gelaunten, sich drehenden und Faxen machenden Steve Naghavi, der sich zwischen den Songs auch immer wieder in seiner bekannten Spitzzüngigkeit zeigt und sich auch gerne mal selbst oder auch sein Publikum gekonnt auf die Schippe nimmt. Ein perfekter Entertainer mit musikalischem Gespür.

Das Programm besteht aus bekannten und etwas unbekannteren Stücken des eigenen Bandrepertoires und vielen Klassikern der 80er Jahre. Tanzflächenfüller wie ‚Military Fashion Show’, ‚Timekiller’, ‚Für’ etc. wechseln sich ab mit Hits von New Order, den Pet Shop Boys, Depeche Mode, Madness oder Camouflage eingehüllt in ein And-One-typisches Klanggewand. Und auch wenn Steve Naghavi an einer Stelle sowohl ‚Only you’ von The Flying Pickets/Yazoo oder ‚A little respect’ von Erasure augenzwinkernd als ‚schwule Musik’ bezeichnet, bemerkt man dennoch in jeder einzelnen Coverversion den Respekt vor selbigen.
Die komplette Songauswahl macht so viel Spaß, dass es kaum einen Zuschauer ruhigen Fußes lässt. Überall sieht man sich wiegende, hüpfende oder im Takt mitstampfende Körper. Der Höhepunkt gipfelt – wie auch gar nicht anders zu erwarten war – in der vorletzten Zugabe, nämlich dem ‚Technoman’. Hier wird mitgegröhlt und mitgetanzt, was das Zeug hält.
Den Ausklang findet ein sehr dynamisches Konzert, das einfach nur Spaß und gute Laune gemacht hat, in Billy Idols ‚Rebel yell’ - ein würdiges Ende für eine Reise durch die 80er und das And-One-Universum.

Donnernder Applaus und ein nach dem Konzert heiß begehrter Merchandising-Stand beweisen, dass es And One gelungen ist, knapp über 2 Stunden einem erwartungsvollen Publikum eine gekonnte Symbiose aus Musik und Entertainment zu bieten, die noch lange im Gedächtnis haften bleiben wird.
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Hall of Souls (Mein Name ist Eule - ich flieg hier nur rum!)


Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwiiiimmen schwiiimen schwiiimen...



Sterben ist das Ding, das deinem Leben den Sinn gibt. Du willst vielleicht nicht da ankommen, aber ohne hast du nur eine lange, lange Straße ins Nirgendwo.

As your life begins to fill mine, you will know peace while I begin to hunger again - forever and ever.

Geändert von HallOfSouls (10.07.08 um 07:39 Uhr).
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