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MonoSapien – In Eigener Sache (VÖ: 31.10.2019)  

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Sascha
(@sascha)
Mitglied
Beigetreten: 2 Jahren zuvor
Beiträge: 64
2. Oktober 2019 19:06  

„... aus Schortens...“ - Was? Wo um alles in der Welt liegt dieses „Schortens“? Da jedenfalls kommt das Trio MonoSapien her, die ihren Musikstil selbst als „Dark-Synth-Pop mit Hertz“ beschreibt. Und deren Debüt-Album „In Eigener Sache“ wird am 31.10.2019 das Licht der Welt, oder genauer: Der Musikregale erblicken. Und wir haben heute schon unsere Finger drauf...

Ich muss der Gruppe gleich als allererstes widersprechen: „Synth-Pop“ trifft es nicht wirklich, egal ob Dark oder nicht, dafür sind die Songs viel zu sehr um die Lyrics und die Stimme von Frontmann „Mono Sapien“ Tom Niebuhr angeordnet. Eine Zuordnung zu einem bestimmten Genre fällt aber auch nicht leicht, denn die Keyboard-Untermalung von Thomas Gantzckow schubst die Tracks weit außerhalb aller rein auf Lyrics abzielender Gruppen und – oft – direkt rauf auf die Tanzfläche.

Rein formal enthält „In Eigener Sache“ neun plus einen (kurzen) Bonus-Track mit einer Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten. Zwei der Lieder sind Remixes beziehungsweise Alternativversionen: „Erinnerungen“ liegt im dunkler gehaltenen Club Mix vor und All The Ashes haben ihren Remix von „Herz Schreit“ außerordentlich Tanzflächen-geeignet gestaltet. Drei der auf dem Debut-Album enthaltenen Tracks kennen wir bereits aus den Single-Veröffentlichungen - „Kleiner Mann“ kam im September 2018 heraus, „Herz Schreit“ danach im Dezember und „Erinnerungen“ im März 2019. Damit wartet „In Eigener Sache“ mit vier brandneuen Stücken auf – wobei der Titel „Bis Zum Ende“ schon als digitaler Download auf Bandcamp verfügbar ist.

Und wo wir dabei sind: Auf dem Debut-Album „In Eigener Sache“ wird MonoSapien noch als Duo benannt – aber im August ist Shy, die schon auf der Single „Erinnerungen“ in Erscheinung getreten ist, fest zu den beiden Jungs dazugestoßen und erweitert den Gesang um mehr als nur eine weibliche Note.

Musikalisch ist MonoSapien von jeher schwierig zu verorten. Die Texte sind stark geprägt von autobiographischen Elementen von Frontmann Tom und bewegen sich tatsächlich im eher düsteren Bereich – vergangene Beziehungen werden in „Erinnerungen“ genauso aufgearbeitet wie das Flehen um das Leben eines Kindes, das im Koma lag, in „Kleiner Mann“. Damit erklärt sich auch die Authentizität, das Gefühl in der Stimme. Aufgewühlt hat mich persönlich der Track „Ich Will Nicht Mehr“ - die Erzählung tiefgehender Depression, nach Todessehnsucht, unterlegt mit dem Mundharmonika-Solo von Ennio Morricone aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ - nicht zufällig. Markant die Diskrepanz zwischen dem Text und der schwungvollen, aggressiven Keyboarduntermalung, die trotzdem auf die Tanzfläche lockt. Diese Widersprüche zwischen Text und Musik ziehen sich quer über das gesamte Album, ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmals dieses jungen Trios – in „Die Jagd“, bei dem ich vom Titel, von den Lyrics ein eher schnelles Lied erwartet hätte, wird dieser Effekt sogar in Ruhe umgedreht.

Das Album „In Eigener Sache“ bietet fast 40 Minuten un-, wenn nicht sogar außergewöhnliche Musik, die sich nicht einfach so in Genres pressen lässt. Abwechslungsreich nicht nur zwischen den Stücken, sondern auch durch die scheinbaren Widersprüche zwischen Beat und textueller Aussage. Damit kann ich euch das Debut-Album von MonoSapien nur wärmstens ans Herz – und das Gehör – legen! Ach übrigens: Schortens ist eine Stadt etwa 10 km westlich von Wilhelmshaven, und damit rund 80 km nordwestlich von Bremen. Ist aber auch nicht so wichtig, eigentlich.

MonoSapien – In Eigener Sache erscheint am 31.10.2019 bei Echozone.

 

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